Gleiche Rechte reichen nicht, wenn die Macht ungleich bleibt.
Frauen, Kinder und andere vulnerable Menschen sollen nicht erst geschützt werden, nachdem Gewalt passiert ist.
Sie sollen die reale Fähigkeit bekommen, Gewalt zu verhindern, zu unterbrechen und ihr zu entkommen.
Gleichberechtigung gibt Rechte. Gleichbemächtigung schafft Handlungsmacht.
Gleichbemächtigung bezeichnet das gesellschaftliche Ziel, nicht nur gleiche Rechte zu schaffen, sondern ungleiche reale Macht- und Handlungsmöglichkeiten aktiv auszugleichen.
Besonders relevant wird das dort, wo körperliche, soziale, technische oder strukturelle Machtunterschiede darüber entscheiden, wer sich gegen Gewalt schützen kann und wer nicht.
Wenn vorhersehbare Machtunterschiede Menschen leichter kontrollierbar, einschüchterbar oder verletzbar machen, dürfen Technologie, Infrastruktur, Training und gesellschaftliche Regeln gezielt eingesetzt werden, um diese Unterschiede zu verkleinern.
Technologie verändert menschliche Fähigkeiten bereits überall:
gleichen Sehschwächen aus
verändern Mobilität
verändern Hörfähigkeit
vervielfachen Kraft
vervielfachen Wissen und Kommunikation
Warum sollte Technologie nicht auch Schutzfähigkeit und defensive Handlungsmacht verändern?
Ein Täter soll nicht mehr selbstverständlich denken können:
Sondern:
Gleichbemächtigung will deshalb nicht nur einzelne Angriffe abwehren. Sie will die Erwartung von Wehrlosigkeit zerstören.
Wenn Schutzmittel weit genug verbreitet sind, entsteht Unsicherheit: «Hat diese Person eines?» Damit profitieren auch Menschen, die selbst keinen unmittelbaren Schutz besitzen.
Forschungsfrage: «Ab welchem Verbreitungsgrad erzeugt individuelle Schutztechnologie kollektive Abschreckung?» — Die Herdenimmunitäts-Analogie ist bewusst ein Denkmodell, keine Behauptung identischer Mechanismen.
Die Aufgabe eines Schutzsystems ist es, die Gefahr zu beenden — nicht Schuld festzustellen oder Strafe zu vollstrecken.
Weniger Gewalt und Leid.
Menschen sollen ihren Alltag weniger nach möglicher Gewalt ausrichten müssen.
Körperliche Überlegenheit soll kein verlässlicher Gewaltvorteil sein.
Gewaltprävention kann gesellschaftlich eine Investition sein statt nur eine Ausgabe.
«Prävention kostet Geld. Gewalt auch.»
EIGE schätzt die jährlichen gesellschaftlichen Kosten geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen in Österreich auf rund 5,8 Mrd. € (modellbasierte Schätzung).
Zur Ökonomie-Sektion →Von feministischer Selbstverteidigung bis zu Schutzrobotern — Gleichbemächtigung ist größer als eine einzelne Lösung.
Feminismus, Selbstverteidigung, Technik, Recht, Design, Sozialarbeit, Robotik — oder einfach deine persönliche Perspektive. Expertise ist keine Voraussetzung.